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Bewegung ist die beste Medizin

veröffentlicht am 19.08.2020

Pflegen Sie Ihr Auto auch regelmäßig? Waschen Sie es in der Waschanlage? Saugen es aus, tragen vielleicht sogar etwas Politur auf? Ja?
Ist Ihr Auto Ihnen das wert? Lassen Sie Ihrem Körper und Ihrer Gesundheit die gleiche Wohlfühlbehandlung zuteilwerden? Bewegen Sie sich genug,
ernähren Sie sich gesund und schlafen genug?

Ist Ihnen Ihre Gesundheit das wert?


Aber was ist Gesundheit überhaupt? Viele Menschen mit Schmerzen z. B.
am Rücken oder in den Gelenken verstehen darunter häufig ein Leben ohne
Schmerzen. Diese Definition ist sicherlich etwas zu einfach, da sie all diejenigen
ausschließt, die keine körperlichen Gebrechen haben. Deshalb ist Gesundheit
mehr. Es ist ein Zustand des vollständigen geistigen und körperlichen Wohlergehens. Wer kann von sich sagen, dass er diesen Zustand empfindet?


Gerade in einer Zeit, in der sich vieles verändert, die Menschen noch stärker
an ihr Zuhause gebunden sind und in den Dingen eingeschränkt werden, die
sie für gut für sich empfinden, wächst ein neues Bewusstsein für die eigene
Gesundheit, das man bisher noch nicht kannte. Zu schnell geht unser Leben
an uns vorbei und zu vollgepackt sind unsere Terminkalender. Bis jetzt.
Krisenzeiten lassen uns die Bedeutung unserer eigenen Gesundheit noch
einmal neu spüren.


Nicht umsonst haben Krankenkassen und Gesundheitsanbieter Alarm
geschlagen, als ein Großteil der Arbeit ins Homeoffice verlegt wurde. Nun
bewegen sich die Menschen noch weniger und das macht sich am Gewicht,
aber auch z. B. bei der Zunahme der Rückenschmerzen bemerkbar. Sitzen
wird nicht umsonst das neue Rauchen genannt. Insbesondere die Blutgefäße
verkümmern und können den Körper nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff
versorgen. Dabei ist genau dieser Sauerstoff die Munition für unser Immunsystem.

Oder anders gesagt:

Wer schlechter atmet – wird schneller krank.


Beim Sitzen kompressieren wir unsere Wirbelsäule so stark, dass Schmerzen
im Rücken, Atem- und Verdauungsbeschwerden gar nicht vermeidbar sind.
Viele ertragen diesen Zustand einfach – glauben, dass die Schmerzen schon
wieder weggehen werden. Dabei sind die Rückenschmerzen nicht die einzige
Folge von unserer gebückten Haltung. Letztlich gehen wir gebückt durchs
Leben und das zeigt sich in unserer Psyche: Antriebslosigkeit, fehlende
Energie und das Gefühl nur ferngesteuert zu sein, sind die Folge davon. Von
körperlicher und geistiger Gesundheit fehlt da jede Spur. Aber es ist noch
nichts verloren. Jeder hat die Chance, den Zustand zu verändern und sich
wieder „aufzurichten“. Auch wenn der Stress und die Lasten des Alltags nicht
einfach verschwinden werden, kann man ihnen besser entgegentreten, wenn
man gesund ist.


Hier kommt die Bewegung ins Spiel. Statt rumzusitzen, sollte man sich lieber
bewegen. Denn Bewegung ist Medizin.

Es kommt allerdings auf die Dosierung, Häufigkeit und Dauer an.

Kraft- Ausdauer- und Beweglichkeitstraining
sind die Grundlagen für Wohlbefinden, Lebensqualität und Gesundheit.
Experten empfehlen mindestens eine halbe Stunde Bewegung am Tag, um
gesund zu bleiben. Wer mehr macht, erhält bessere Effekte. Übertreiben sollte
man es jedoch auch nicht – zumindest nicht zu Beginn. Optimalerweise sucht
man sich Hilfe z. B. bei einem Trainer im Fitness- oder Gesundheitsstudio, der
individuell auf die eigenen Bedürfnisse eingehen kann.

 

Zur Person: 
Dr. Tanja Kühne ist DiplomSportwissenschaftlerin und
angewandte Naturwissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt Physiologie.

Ihr Spezialgebiet sind die Themen
Rücken, Gesundheit und
Prävention. Ihr bevorzugtes
Mittel zur Heilung ist dabei
weder Skalpell noch Medikamente. Sie setzt in Ihrer
Behandlung auf Bewegung
und Entspannung.

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